Allgemeine Infos zur Veterinärthermografie

Wie Funktioniert das mit der Thermografie?

An sich folgt die Thermografie einem ganz einfachen Prinzip: jeder Organismus strahlt aufgrund der Stoffwechselprozesse im Körper Wärme ab. Im Bereich einer Verletzung arbeitet der Körper auf Hochtouren, um diesen Bereich oder die betroffene Struktur zu regenerieren. Bei diesen Stoffwechselprozessen entsteht zusätzliche Wärme, die ich mit Hilfe der Wärmebildkamera sichtbar machen kann. Mit einer speziellen Software werden die Thermogramme des Tieres ausgewertet, erwärmte Bereiche lokalisiert und Entzündungsherde definiert. 


Da meine Wärmebildkamera wirklich das Format einer normalen Fotokamera hat, komme ich mobil zu euch in den Stall oder das gewohnte Umfeld des Tieres - ganz stressfrei also und somit auch für sensible Tiere gut geeignet. Als Thermografin muss ich das Tier nicht einmal anfassen. Die Aufnahmen an sich dauern nur 15-20 min, je nachdem, wie ruhig das Tier ist und wie gut es sich so hinstellen lässt, dass ich alle Körperregionen des Tieres in standardisierten Aufnahmebereichen aufteilen kann. Dazu kommt noch ein ausführliches Anamnesegespräch, sowie eine Sichtkontrolle des Tieres.Zudem schaue ich mir das Gangbild ein und taste nach den Aufnahmen auch einmal den Körper ab, um mir auch hier Auffälligkeiten notieren zu können.

mit meiner Wärmebildkamera Komme ich zu euch


Viele Bunte Bilder von deinem Pferd - Und dann? Echte Puzzlearbeit für mich

Die aufgenommenen Thermogramme werte ich zuhause am Laptop mit einer speziellen Software aus. Ich vergleiche die rechte und linke Körperseite miteinander und suche nach thermischen Auffälligkeiten im Wärmemuster des Pferdes. Diese können Hinweise auf Entzündungsherde, Verspannungen oder Durchblutungsstörungen liefern. Zusammen mit den von euch gegebenen Informationen zur Krankengeschichte sowie dem vor Ort gewonnenen Eindruck des Pferdes versuche ich mich nun am Zusammensetzen des Puzzles. Manchmal fast schon echte Detektivarbeit. 



Einsatzbereiche und Möglichkeiten

  • bei unspezifischen Lahmheiten ohne erkennbaren Grund
  • nach dem Abliegen oder Wälzen kommt das Tier nicht mehr gut hoch ohne erkennbaren Auslöser
  • bei Rittigkeitsproblemen, Steifheit, Händigkeiten
  • Sattelpasskontrolle
  • um Entzündungsherde oder Durchblutungsstörungen aufzuspüren
  • bei plötzlich auftretenden Veränderungen im Verhalten wie Berührungsängste oder Aggressionen
  • Trainings- und Therapieverlaufskontrolle
  • zur Dokumentation des Gesundheitszustandes z.B. nach Verletzungen oder Operationen
  • als Ergänzung der AKU des Tierarztes

Wann kann eine Thermografie Sinn machen? Kurzgesagt: jederzeit. Nicht, weil ich euch meine Dienstleistungen verkaufen will.

Die Thermografie kann auch Verletzungen und Blockaden aufzeigen, obwohl das Pferd noch nicht lahmt oder zeigt, dass es sich nicht wohlfühlt. Ein Pferd kann bestimmte Einschränkungen sehr lange tolerieren. Das ist ihm von der Natur so gegeben, denn als Fluchttier ist es darauf angewiesen. Es muss sich trotz allem bewegen und flüchten können. So kann es passieren, dass es bei einer Thermografie bereits zu einem Befund kommt, obwohl das Pferd noch nicht auffällig ist.

 

Aber ist das nicht toll? So kann man viel früher reagieren und schon bei kleinsten Ungereimtheiten überprüfen, wo es zwickt.

  

Wer kennt das nicht? Es läuft beim reiten nicht so ganz rund, das Pferd wehrt sich vermeintlich gegen das Gebiss oder den Schenkel?

Es steht beim aufsteigen nicht mehr still, geht eiliger wie sonst, schlägt mit dem Schweif? Aber eigentlich läuft es doch?

Könnte es das Gebiss sein? Der Sattel? Verspannungen? All das kann die Thermografie aufklären. Selbst Entzündungen im Maulbereich, zu enge Reithalfter, unpassende Decken, die die Bewegung einschränken, aber eben auch Entzündungsherde und Durchblutungsstörungen, die zu Lahmheiten führen können. 

  

Dabei ist die Thermografie für das Pferd völlig stressfrei und für den Reiter eine vergleichsweise günstige Alternative zu herkömmlichen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Ultraschall und MRT. Zu erwähnen ist hier allerdings, dass die Thermografie nur akute Problematiken nachweisen kann. Hat das Pferd z.B. Arthrose, aber akut keinen Schub, so wird sich hier auf den Thermogrammen nichts nachweisen lassen (das Pferd wird dann aber i.d.R. auch nicht akut lahmen).

 

Bei Fragen, melde dich einfach bei mir, ich gebe dir gerne noch weitere Informationen.